AUFS MAUL

Sanierte Altbauten nehmen sich der eigenen Gewaltfantasien, deren Tabuisierung und Selbstzensur an und untersuchen das Bild der gewalttätigen Frau: Welche Motive werden ihr zugeschrieben? Wie manifestiert sich ihre Gewalt und welche Auswirkungen hat sie? Wann ist körperliche Aggression Selbstermächtigung, wann lustbringend?
Gewalttätige Frauen und ihre Taten werden häufig bagatellisiert, ihre Körper als Gefahr nicht ernst genommen. Gleichzeitig sind sie ein skandalöses Kuriosum: Prügelnde Mädchen, eiskalte Rächerinnen, männerfressende Femmes fatales, Kindsmörderinnen und aggressive Feminazis – diese und andere Bilder von Gewalttäterinnen und das Potential der skrupellosen Frau werden in der Performance weitergedacht.

Ich stelle mir vor, ich würde meine Faust ballen und sie dir ins Gesicht schlagen. Ich könnte es tun. Ich stelle mir vor, ich würde mich in der Schießhalle einfach umdrehen und nicht mehr auf die Scheibe zielen. Was, wenn ich mit einem Schlagstock hingehen und sagen würde: „So, Jungs, das war’s“?

 

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Eine Produktion von Sanierte Altbauten in Kooperation mit dem Ballhaus Ost, Berlin.

 

Gefördert durch das Bezirksamt Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur – Fachbereich Kunst und Kultur.

 

Premiere: 05. Oktober 2018, Ballhaus Ost Berlin

 


360

Die Menschen an diesem Ort befinden sich in einem Zustand des Nichtgeschehens mit unbestimmter zeitlicher Begrenzung. Sie handeln ohne Konsequenz in einer bis zur Stillstellung gesteigerten Gegenwart; sie sind geworfen. - Antizipation zukünftiger Bewegungen in fünf Räumen.

 

Die Videoinstallation 360 entstand in Zusammenarbeit mit Selektivton (Julian Mandernach). In dystopischer Atmosphäre wird mit Hilfe semiotisch codierter Objekte Ideologie als sinnstiftendes Prinzip verhandelt.

 

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Entstanden im Rahmen des Modul 6 des Studiengangs Szenische Künste an der Universität Hildesheim.

 

Premiere: 15. Juli 2015, Universität Hildesheim


HATERSGONNAHATE

 

HATERSGONNAHATE ist ein Abend über Vladimir Putin und Homo- und Transphobie sowohl in Russland als auch in Deutschland. Angestoßen durch das "Gesetz gegen homosexuelle Propaganda" entstand eine performative Theaterrevue, die hegemoniale Männlichkeit, Feindbilder und kollektive Abgrenzungsmechanismen verhandelt. Wie funktioniert Putins mediale Selbstinszenierung? Welches Männlichkeitsbild steht dahinter?

Lustvoll werden zwischen Lametta, Kunstblut und Dildohosen Wikimannia-Artikel zu Yoga-Meditationen verwandelt, während im Röhrenfernseher die Blair Witch Putin in düsteren Kellern gesucht und reaktionäre Ängste zu apokalyptischer Musik ausagiert werden.

 

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Gefördert durch den AStA Universität Hildesheim und das Studentenwerk Ost-Niedersachsen.

 

Premiere: 12. Mai 2014, Universität Hildesheim


TOODRYTOCRY

Zwei Performerinnen machen ihre Körper zum Ort der Verhandlung und der Zuschreibungen, schlüpfen in die Rollen von Wasserfrauen und Marmorstatuen, führen Körperbilder ad absurdum und konfrontieren reale Leiblichkeit mit Künstlichkeit. In repetitiven Bewegungschoreografien, Sound- und Textcollagen wie Videoprojektionen entfaltet sich eine Narration von Sehnsucht, Grenzziehung und Grenzüberschreitung. Hautschicht für Hautschicht wird die Seejungfrau seziert und die Bühne gewässert.

 

TOODRYTOCRY sucht nach Bildern von Weiblichkeit, die mit Wasser, Natur und Bedrohung in Verbindung stehen und im kollektiven Gedächtnis gespeichert sind. Anhand von Klaus Theweleits Männerphantasien und Hans C. Andersens Die kleine Seejungfrau wird der Zusammenhang von Weiblichkeit und bedrohlichen Flüssigkeiten sowie deren Auswirkung auf das Konzept eines Volkskörpers und den 'soldatischen Mann' untersucht.

 

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TOODRYTOCRY entstand im Rahmen der Residenzreihe deBühne des Theaterhauses Hildesheim.

 

Gefördert durch das Theaterhaus Hildesheim, das Kulturbüro Hildesheim, den StuPa der Universität Hildesheim und die Friedrich Weinhagen Stiftung.

 

Premiere: 11. Februar 2016, Theaterhaus Hildesheim

 

Besprechung von Friederike Oertel auf dem Blog des Performing Arts Festival 2017:

 

blog.performingarts-festival.de/archiv2017/klangkunst-und-glibber

 


68 ½

Be a part of 68 ½ – join the contemporary intimacy movement.

Du erfährst von unserem Team professionellen Service und kannst Dich in völliger Ruhe und Abgeschiedenheit vom Alltag in begleiteter Intimität entspannen. Vertrau auf unsere Seriosität und Diskretion. Lass Dich ein auf sachkundige Entschleunigung, auf anregende Rituale, auf den non-sexual touch. Hier kannst Du Dich fallen lassen, es geht nur um Dich und Deine Bedürfnisse.

Wir freuen uns auf Deinen Besuch!

Dein 68 ½ – Team.

 

68 ½ ist ein Etablissement für Kuschelprostitution. Die interaktive Rauminstallation über zwischenmenschliche Intimität in Zeiten des Neokapitalismus und der Selbstoptimierung ist die erste Arbeit des Contemporary Intimacy Movements (Eva Hintermaier, Sarah Kindermann, Laurin Thiesmeyer, Johann D. Thomas).

 

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Entstanden im Rahmen des Projektsemesters 2014 an der Universität Hildesheim.

 

Premiere: 18. Juli 2014, Universität Hildesheim